Glauber: 10 Jahre nach Sturzflut in Simbach
Hochwasserschutz in Bayern läuft auf Hochtouren
Pressemitteilung Nr. 59/26
Die Sturzflut in Simbach am 1. Juni 2016 markiert eine Zäsur im Hochwasserschutz in Bayern. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte heute dazu in München: "Die Sturzflut in Simbach vor zehn Jahren ist für uns Mahnung und Auftrag zugleich: Wir setzen auf einen integrierten Hochwasserschutz mit widerstandsfähigen technischen Anlagen, auf mehr natürlichen Rückhalt in der Fläche und auf starke lokale Vorsorge. Wir tun alles, um Bayern hochwasserfest zu machen. Dazu haben wir auch die Vorsorge gegen Sturzfluten deutlich verstärkt. Wir wollen die Menschen bestmöglich schützen. Der Freistaat steht dabei an der Seite der Kommunen. Die Risiken durch extreme Wetterereignisse werden sich durch den Klimawandel noch weiter erhöhen. Darauf müssen wir uns auf allen Ebenen vorbereiten. Aufgrund des kontinuierlichen Baufortschritts der bayernweit laufenden Maßnahmen verbessert sich der Hochwasserschutz fortlaufend."
Die Sturzflut in Simbach am Inn im Juni 2016 hat die Hochwasserpolitik in Bayern nachhaltig geprägt. Das Bayerische Umweltministerium entwickelt dementsprechend den Hochwasserschutz und die Klimaanpassung bayernweit konsequent weiter. So hat das Umweltministerium auch das Sturzflut-Management und die kommunale Beratung deutlich ausgebaut. Seit 2018 wurden bayernweit mehr als 100 kommunale Konzepte zum Sturzflut-Risikomanagement abgeschlossen, über weitere 240 Vorhaben sind in Bearbeitung. Bisher wurden dafür rund 8 Millionen Euro an Zuwendungen ausbezahlt, weitere etwa 24 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren folgen.
"Starkregen kann überall auftreten und den kleinsten Bach zum reißenden Fluss machen. Auch unsere Hinweiskarte 'Oberflächenabfluss und Sturzflut' ist ein wichtiger Schritt hin zu einem besseren Umgang mit Sturzflutgefahren. Die Karte gibt allen Verantwortlichen vor Ort die Möglichkeit zu einer ersten Beurteilung des jeweiligen Sturzflutrisikos. Ziel ist es, Gemeinden den Einstieg in ein zielgerichtetes Sturzflut-Risikomanagement zu erleichtern und die Öffentlichkeit für Sturzflutgefahren zu sensibilisieren", so Glauber.
Auch in Simbach selbst hat sich einiges getan: Im Februar 2023 fand der Spatenstich zum Hochwasserschutz in Simbach statt. Rund 65 Millionen werden hier investiert. Der Simbach wird verbreitert, Deiche, Hochwasserschutzwände und ein Becken neu errichtet. Das Projekt ist ein gelebtes Beispiel des Programms 'PRO Gewässer 2030', bei dem Hochwasserschutz, Ökologie und Sozialfunktion gemeinsam gedacht werden. Bereits 33 Millionen Euro hat der Freistaat in diese Arbeiten zum Hochwasserschutz in Simbach investiert. Die umfassenden Schutzeinrichtungen in Simbach am Inn bedeuten ein deutliches Plus an Sicherheit für die Menschen vor Ort. Sie bieten Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis samt Klimazuschlag. Um die möglichen Auswirkungen des Klimawandels zu berücksichtigen, wird in Bayern bei neuen Hochwasserschutzmaßnahmen zusätzlich ein vorsorgender Klimazuschlag in Höhe von 15 Prozent angesetzt.
Über 4 Milliarden Euro wurden bayernweit seit Beginn der Hochwasserschutzprogramme im Jahr 2001 in den Hochwasserschutz investiert.
Weitere Informationen zum Hochwasserschutz in Bayern sind im Internet verfügbar unter https://www.stmuv.bayern.de/themen/wasserwirtschaft/hochwasser/index.htm
