Naturschutzpartner Landwirt
Landwirtschaft hat lange Tradition in Bayern und prägt das Landschaftsbild unserer Heimat. Vielfältige Kulturlandschaften mit blütenbunten Mähwiesen, artenreichen Streuobstwiesen oder Feucht- und Nasswiesen sind wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Dafür gehen Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand.
Wettbewerb Naturschutzpartner Landwirt 2025
Durch naturschonende Bewirtschaftung bewahren Landwirtinnen und Landwirte die attraktiven Kulturlandschaften und erhalten damit gleichzeitig wichtige Lebensräume für unsere heimischen Tiere und Pflanzen.
Als Zeichen der Anerkennung für Ihr Engagement führt das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in Kooperation mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV) und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V. mit Unterstützung der ANL den Wettbewerb „Naturschutzpartner Landwirt 2025“ durch.
Ihr Betrieb zeichnet sich durch besonderen Einsatz im Naturschutz und in der Landschaftspflege aus? Dann bewerben Sie sich als „Naturschutzpartner Landwirt“.
Am 17.11.2025 wurden folgende Preisträger ausgezeichnet.
Mittelfranken
Geldpreis: Biorefugium Grimm, Wolfgang und Doris Grimm, Landkreis Roth
Die Ziegenschäferei ist ein Paradebeispiel dafür, wie Landwirtschaft und Naturschutz zusammenwirken können. Mit großem Engagement und viel Leidenschaft pflegt Familie Grimm artenreiche, oft schwer zugängliche Flächen. Ohne ihren Einsatz wären viele wertvolle Lebensräume heute nicht mehr in ihrem Reichtum erhalten. Die enge Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde, den Landschaftspflegeverbänden und der Dorfgemeinschaft – etwa bei der Pflege von Streuobstbeständen – ist Ausdruck ihres besonderen Verantwortungsbewusstseins und ihrer tiefen Verbundenheit mit der Region. Das Biorefugium Grimm überzeugt zudem durch die Haltung und Zucht seltener Schaf- und Ziegenrassen, durch die vorbildliche Biotoppflege sowie durch die gelungene Verbindung von regionaler Vermarktung, Artenschutz und dem Erhalt traditionellen Wissens.
Geldpreis: Die Lebensgemeinschaft e.V., Landkreis Nürnberger Land
Die Lebensgemeinschaft e.V. zeigt in herausragender Weise, wie Landwirtschaft, Natur-schutz und soziales Engagement zu einer lebendigen Einheit werden können. Seit vielen Jahren beweidet sie mit ihren Rindern karge Dolomitkuppen und Kalkmagerrasen mit beeindruckendem Erfolg. Viele zuvor verbuschte Flächen haben sich durch die Beweidung und Nachpflege zu artenreichem Grünland mit Kiefernbeständen und offenen Flächen mit Wacholdern entwickelt. Besonders beeindruckend ist, wie es dem Verein gelingt, ökologische Verantwortung und Inklusion zu verbinden. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten bei hier zusammen - Hand in Hand für die Landwirtschaft und den Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft. Das innovative Energiekonzept des Vereins unterstreicht sein Engagement und zeigt, wie regionale Kreisläufe nachhaltig gestaltet werden können.
Oberbayern
Geldpreis: Abrahamhof - Sindlhauser GbR, Familie Sindlhauser, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
Die Familie Sindlhauser zeigt, wie es gelingt, Landwirtschaft, Naturschutz und gelebte Verantwortung miteinander zu verbinden. Der Abrahamhof beeindruckt seit Jahrzehnten durch die schonende Bewirtschaftung wertvoller Streuwiesen, die extensive Beweidung, den Erhalt alter Obstgärten und das herausragende Engagement in Umweltbildung. Die Arbeit der Familie geht weit über die Bewirtschaftung des Hofes hinaus: Sie verbindet Tradition mit Innovation, pflegt die Landschaft mit großem Respekt für Natur und Artenvielfalt und öffnet ihren Hof für Gäste jeden Alters, um Wissen und Begeisterung für die Landwirtschaft weiterzugeben. Damit leistet die Familie Sindlhauser einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft, für den Naturschutz und für die Bewahrung unserer Kulturlandschaft und ist ein leuchtendes Beispiel für Boden-, Natur- und Heimatverbundenheit.
Geldpreis: Johann Mayer, Landkreis Traunstein
Herr Mayer führt gemeinsam mit seiner Frau mit Herzblut, Leidenschaft und Weitsicht das Engagement fort, das bereits sein Vater für die Landschaftspflege an den Tag gelegt hat. Nach der Hofübernahme 2021 haben sie konsequent in moderne Maschinen und Geräte für die Pflege von Nassflächen investiert. Heute betreuen sie rund 30 Hektar Streuwiesen, darunter das Grabenstätter Moos, das Naturschutzgebiet Seeoner Seen sowie Flächen am nördlichen und östlichen Chiemseeufer. Sie achten stets darauf, dass das anfallende Mähgut als Einstreu wieder in den landwirtschaftlichen Kreislauf zurückgeführt wird. Keine Biotopfläche ist ihnen zu abgelegen, kein Magerrasen zu steil, keine Streuwiese zu nass. Ebenso vorbildlich ist ihr Einsatz für den Kiebitzschutz auf ihren Ackerflächen.
Sachpreis: Franz Hofmann, Landkreis Traunstein
Der Betrieb engagiert sich bereits seit Beginn des Vertragsnaturschutzes für eine artenreiche Kulturlandschaft. Dieses jahrzehntelange Engagement für die Natur verdient besondere Anerkennung. Familie Hofmann pflegt mehrere Streuwiesen im Wiesenbrütergebiet des Grabenstätter Moos und trägt so entscheidend zum Erhalt dieser wertvollen Lebensräume bei. Darüber hinaus beweidet sie ihre Streuobstwiesen, auf denen sich wertvolle Biotopflächen entwickelt haben. Mit ihrem langjährigen Engagement für Wiesenbrüter, ihrer extensiven Bewirtschaftung unter Verwendung von Festmist sowie ihrem besonderen Ein-satz für alte Obstsorten trägt Familie Hofmann entscheidend zum Erhalt der Artenvielfalt und unserer Kulturlandschaften bei.
Oberfranken
Geldpreis: Schlossberghof Frankenwald, Landkreis Kronach
Familie Martini bewirtschaftet die Flächen des Schlossberghofs Frankenwald extensiv mit Herz, Verstand und großem Respekt vor der Natur. Das Ergebnis: wertvolle Offenlandbiotope, artenreiche Wiesen und ein lebendiges, historisch gewachsenes Landschaftsbild. Ihr Projekt „Waldweide auf der Radspitzalm“ zeigt, wie Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Durch Kooperation und freiwilliges Engagement entstand ein einzigartiges Mosaik aus Extensivweiden, Feuchtbiotopen, alten Obstsorten und seltenen Rinderrassen. Über 30 Arten der Roten Liste finden hier wieder Lebensraum. Besonders beeindruckend ist der ganzheitliche Ansatz – von Heckenpflanzungen über Nisthilfen bis zur Einbindung ihrer Feriengäste in Natur- und Landschaftspflege. Der Schlossberghof Frankenwald macht vor, wie sich nachhaltige Bewirtschaftung und gelebter Naturschutz ergänzen. Dieser Einsatz für Artenvielfalt, Landschaft und Menschen ist ein echter Dreiklang der Nachhaltigkeit.
Geldpreis: Biolandbetrieb Matthias Murrmann, Landkreis Lichtenfels
Herr Murrmann hat sich mit großem persönlichem Einsatz in die ökologische Landwirtschaft eingearbeitet und führt seinen Betrieb mit Leidenschaft und einem feinen Gespür für Naturschutz. Das Engagement der Familie zeigt sich besonders in der Produktion von Regiosaatgut, das einen wertvollen Beitrag zur Förderung gebietsheimischer Artenvielfalt leistet. Darüber hinaus hat der Biolandbetrieb ein regionales Ökokonto aufgebaut, das Gemeinden und Privatpersonen bei Ausgleichsmaßnahmen unterstützt. Durch die Umwandlung von Ackerflächen in artenreiches Grünland, die Anlage von Streuobst und Hecken sowie die Gewinnung und Vermarktung von Wildpflanzensaatgut schafft Familie Murrmann ein vorbildliches Zusammenspiel von Landwirtschaft und Naturschutz. Ihr Mut, ihre Kompetenz und ihr Einsatz sind ein echter Gewinn für die Natur im Landkreis Lichtenfels.
Schwaben
Geldpreis: Landschaftspflegehof Adelegg, Landkreis Oberallgäu
Der Landschaftspflegehof Adelegg steht beispielhaft für den Einklang von Landwirtschaft und Naturschutz. Mit Ziegen und Rindern hält er die artenreichen, teils sehr steilen Flächen offen und pflegen sie nach höchsten naturschutzfachlichen Standards. Auf Weiden und extensiven Mähwiesen schafft er wertvolle Lebensräume für Baumpieper, Neuntöter, Arnika und Orchideen und fördert gezielt den Biotopverbund. Dieser Einsatz gilt der gesamten Artenvielfalt: Gehölzgruppen, Laichgewässer und artenreiche Flächen – alles pflegt der Betrieb mit großer Sorgfalt. Unterstützt wird Herr Post von seiner Frau, die mit großem Engagement die Käserei führt, sowie von Frau Zintl, der jungen Nachfolgerin. Gemeinsam zeigen sie, wie regionale Wertschöpfung, nachhaltige Landwirtschaft und gelebter Naturschutz Hand in Hand gehen.
Sachpreis: Weidegemeinschaft Donaumoos GbR, Landkreis Günzburg
Die Weidegemeinschaft hat sich auf den Weg gemacht, Verantwortung für eine besonders wertvolle und sensible Heimatlandschaft zu übernehmen. Die extensive Nassbeweidung mit schottischen Hochlandrindern, die Wiedervernässung und Entbuschung von Feuchtgrünland sowie der engagierte Schutz seltener Arten im Leipheimer Moos zeigen, dass Landwirtschaft weit mehr sein kann als Nutzung. Die beweideten Flächen werden zu hochwertigen Lebensräumen: Kiebitz, Bekassine und Blaukehlchen profitieren ebenso wie Heuschrecken und Tagfalter. Die Rinder sind dabei tüchtige Landschaftspfleger auf vier Beinen – sie halten die Flächen offen, schaffen Strukturen und sichern so das Überleben vieler Arten. Mit ihrem großartigen Einsatz zeigt die Weidegemeinschaft, dass Landwirtschaft und Naturschutz keine Gegensätze sind, sondern eine echte Partnerschaft für die Zukunft bilden.
Niederbayern
Geldpreis: Biohof Schmutzer, Landkreis Freyung-Grafenau
Der Biohof Schmutzer beweidet 15 Hektar Feuchtwiesenbiotope mit Wasserbüffeln und pflegt zahlreiche weitere, besonders anspruchsvolle Flächen. Mit extensiver Beweidung, innovativen Geräten und schonenden Verfahren hat Familie Schmutzer Pionierarbeit geleistet und wertvolle Lebensräume für seltene Arten wie Sumpfrohrsänger, Bekassine oder Krötenbinse geschaffen. Ihre Naturschutzziele standen von Anfang an gleichrangig neben den betrieblichen Zielen, und die Erfolge sprechen für sich: Aus fast reinen Brachflächen ist ein artenreiches „Biodiversitätsparadies“ entstanden, in dem seltene Arten wie Sumpfrohrsänger, Bekassine und Krötenbinse wieder Lebensraum finden. In ihrem Betrieb verbindet die Familie Naturschutz und Landwirtschaft auf vorbildliche Weise. Sie teilt Wissen mit anderen und begeistert durch Öffentlichkeitsarbeit – vom „Büffelfest“ bis zur Direktvermarktung ihrer Produkte.
Sachpreis: Biohof Halmlehen, Familie Krauß, Landkreis Rottal-Inn
Der Biohof Halmlehen zeigt eindrucksvoll, wie Praxiswissen und Verantwortung für den Erhalt seltener Ackerwildkräuter Hand in Hand gehen. Die Familie vereint Biodiversität und Naturschutz nicht nur auf kleinen Blühstreifen, sondern auf großer Fläche. Mit großem persönlichem Einsatz schützt sie bedrohte Arten wie den Echten Frauenspiegel. Dafür nimmt sie auch freiwillig Ernteeinschränkungen in Kauf. Ihre große Erfahrung und Ihr umfangreiches Wissen sind gefragt und können an vielen Stellen wertvoll eingebracht werden. Damit leistet der Biohof Halmlehen einen wichtigen Beitrag, um Lebensräume für Ackerwildkräuter zu schaffen und die Artenvielfalt nachhaltig zu stärken. Das Engagement der Familie ist ein großer Gewinn für Landwirtschaft, Artenvielfalt und Wertschöpfung.
Oberpfalz
Geldpreis: Daniela und Matthias Ochsenkühn, Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
Der Betrieb ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Landwirtschaft und Naturschutz erfolgreich miteinander verbunden werden können. Mit großem Engagement bewirtschaftet Familie Ochsenkühn artenreiche Nass- und Magerwiesen. Durch schonende Mahd und extensive Bewirtschaftung trägt sie wesentlich zum Erhalt wertvoller Grünlandflächen bei. Viele zuvor intensiv genutzte Flächen haben sich unter ihrer Pflege zu artenreichen Lebensräumen entwickelt, in denen inzwischen rund 20 verschiedene Kräuter nachgewiesen werden können. Besonders beeindruckend ist auch ihr Wirken über den eigenen Hof hinaus: Mit Heckenpflanzungen, Streuobst, Umweltbildung sowie als „Juradistl-Hof der Biologischen Vielfalt“ stärkt Familie Ochsenkühn nachhaltig die biologische Vielfalt in der Region.
Sachpreis: Martin und Marion Wolf, Landkreis Tirschenreuth
Familie Wolf zeigt mit Ihrem Betrieb, wie Landwirtschaft und Artenschutz Hand in Hand gehen können. Seit 25 Jahren bewirtschaftet sie großflächig Naturschutzflächen und setzt sich mit beeindruckendem Engagement für den Erhalt gefährdeter Rassen wie des Roten Höhenviehs ein. Durch vielfältige Maßnahmen – von der Pflege artenreicher Wiesen über die Anlage von Tümpeln bis hin zur Wiederansiedlung gefährdeter Ackerwildkräu-ter – trägt sie nachhaltig zur Förderung der biologischen Vielfalt bei. Besonders bemerkenswert ist, wie konsequent Sie ökologische Verantwortung, nachhaltige Bewirtschaftung und Naturschutz miteinander verbindet. Familie Wolf zeigt damit, dass Landwirtschaft und der Schutz wertvoller Lebensräume kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig bereichern können.
Unterfranken
Geldpreis: Holzäckerhof Sebastian Sauer, Landkreis Würzburg
Der Holzäckerhof zeigt, wie beides gelingen kann: wirtschaftlicher Erfolg und der Schutz unserer Natur. Auf über 30 Hektar habt Familie Sauer Feldhamster- und Feldlercheninseln geschaffen, Reptilienhabitate angelegt und kontinuierlich Heckenstrukturen erweitert. So entstehen wertvolle Lebensräume für bedrohte Arten – ein Beitrag, der weit über ihren Betrieb hinaus Wirkung entfaltet. Gleichzeitig beweist der innovative Gartenbau mit unterirdischem Bewässerungssystem, dem weitestgehenden Verzicht auf Herbizide, Direktvermarktung und nachhaltiger Energiegewinnung, dass wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und konsequenter Artenschutz kein Widerspruch sein müssen. Die Auszeichnung würdigt nicht nur diese Arbeit, sie unterstreicht auch die Bedeutung dieses Handelns für Umfeld und die wichtige Rolle als Vorbild und Multiplikator im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. Der Einsatz der Familie Sauer zeigt, dass Engagement, Kreativität und Weitblick echte Veränderung bewirken können.
Sachpreis: Steffeshof Ludwig Weber, Landkreis Bad Kissingen
Auf dem Steffeshof hat Familie Weber durch umfangreiche Heckenpflanzungen, neue Feuchtbiotope und den Erhalt wertvoller Streuobstbestände Lebensräume geschaffen, die unzähligen Tier- und Pflanzenarten zugutekommen. Das Engagement für den Rotmilan, dessen Lebensbedingungen der Steffeshof mit großer Umsicht und Ausdauer verbessert, zeigt eindrucksvoll, wie gezielte Bewirtschaftung wirksamen Artenschutz leisten kann. Auch in der Waldbewirtschaftung setzt der Steffeshof Maßstäbe: Durch die Umwandlung von Fichtenmonokulturen in laubholzreiche Mischwälder sind stabile Lebensräume für zahlreiche Tierarten entstanden. Familie Weber zeigt als vorbildlichen Partner im Naturschutz, wie sich landwirtschaftliche Nutzung, Regionalvermarktung und ökologische Verantwortung erfolgreich miteinander verbinden lassen.

