Glauber: Klimaschutz wird sichtbar
CO2-Ausgleich mit heimischen Projekten nimmt Fahrt auf
Pressemitteilung Nr. 209/25
Klimaschutz ist und bleibt ein zentrales Zukunftsthema. Nicht vermeidbare CO2-Emissionen wird der Freistaat künftig verstärkt mit regionalen Klimaschutzprojekten ausgleichen. Dazu betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber heute in München: "Wir stärken lokale Projekte, fördern die Biodiversität und schaffen einen echten Mehrwert für die Region. CO2 wird jetzt da kompensiert, wo es entsteht. Mit der Unterstützung von heimischen Projekten ermöglichen wir Klimaschutz von Bayern für Bayern. Klimaschutz beginnt vor Ort. Wir wollen Maßnahmen und Projekte zum Klimaschutz unmittelbar sichtbar und erlebbar machen. Jeder soll beim Klimaschutz vor der Haustür mithelfen können. Dabei nehmen wir vor allem die Wälder und Moore in den Blick. Insbesondere der Moorschutz ist unsere Ausgleichsmaßnahme Nummer 1. Intakte Moore sind unschlagbare natürliche Treibhausgas-Speicher. Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Weg zum klimaneutralen Bayern weitergehen." Der Ausstoß an Treibhausgasen in Bayern konnte in den zurückliegenden Jahren deutlich verringert werden. Schätzungen des Landesamts für Statistik zufolge wurden im Jahr 2024 in Bayern je Einwohner 6,1 Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen, dies entspricht einer Reduktion um 39 Prozent seit 1990.
Die Bayerische Staatsregierung setzt bei der Klimaneutralstellung auf regionale Klimaschutzmaßnahmen, die sowohl den Klimaschutz als auch den Erhalt der Biodiversität fördern. Zum Ausgleich nicht vermeidbarer Emissionen von Staatsregierung und der unmittelbaren Staatsverwaltung sollen in den kommenden Jahren gezielt Zertifikate aus regionalen Klimaschutzprojekten eingesetzt werden. Dadurch wird neben dem Ziel der Klimaneutralstellung gleichzeitig die regionale Wertschöpfung gestärkt.
Das Landesamt für Umwelt (LfU) hat bereits erste Ausgleichszertifikate im Umfang von 10.000 Tonnen CO2-Äquivalente aus regionalen Wald-Klimaschutzprojekten erworben. Eines der Wald-Klimaschutzprojekte wird beispielsweise in einer unterfränkischen Gemeinde umgesetzt.
Nun startet eine weitere Ausschreibung für Zertifikate aus Projekten zur Wiedervernässung von Mooren im Umfang von insgesamt 7.500 Tonnen CO2 jährlich. Durch praktikable Losgrößen und langfristige Vertragslaufzeiten sollen mit der Ausschreibung auch Landschaftspflegeverbände, Kommunen und regionale Projektentwickler motiviert werden, sich mit ihren Klimaschutzprojekten zu bewerben. Frist für die Abgabe von Angeboten ist der 2. September 2026. Informationen zur Ausschreibung sind jetzt auf der Internetseite des LfU unter https://www.lfu.bayern.de/ausschreibungen/index.htm sowie auf der EU-Plattform https://ted.europa.eu/de/notice/-/detail/802319-2025 oder https://www.auftraege.bayern.de/Dashboards/Dashboard_off?BL=09 veröffentlicht.
Gemäß Art. 4 Bayerisches Klimaschutzgesetz gleichen die Behörden und Einrichtungen der unmittelbaren Staatsverwaltung ab dem Jahr 2028 ihre unvermeidbaren Treibhausgasemissionen mit geeigneten Maßnahmen aus. Für die Staatskanzlei und die Staatsministerien gilt dies bereits seit dem Jahr 2023. Dem LfU kommt die Aufgabe zu, die Eignung von Ausgleichsmaßnahmen zu prüfen, zu bewerten und zu bestätigen und geeignete Maßnahmen zu vermitteln.
Die Bayerische Staatsregierung sieht im Rahmen des Umsetzungskonzeptes klimaneutrale Staatsregierung vor, dass internationale Zertifikate nach und nach durch regionale Ausgleichsmaßnahmen ergänzt bzw. ersetzt werden sollen. Regionale Ausgleichsmaßnahmen leisten einen Beitrag für den Klimaschutz in Bayern. Qualitätskriterien des Freistaats Bayern für die Anerkennung von regionalen Emissionsminderungsgutschriften sind im "Bayern-Standard" definiert.
Weitere Informationen gibt es unter www.klimawandel-meistern.de und unter https://www.lfu.bayern.de/klima/klimaschutz/regionaler_thg_ausgleich/index.htm.
