Glauber: Wertvolles Frühwarnsystem vor Naturgefahren
Bayernweite Hinweiskarten zu Georisiken veröffentlicht
Pressemitteilung Nr. 29/26
Das Bayerische Umweltministerium baut die Vorsorge gegen Naturgefahren weiter aus: Ab sofort stehen zum Schutz vor Georisiken Hinweiskarten für den gesamten Freistaat zur Verfügung. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte dazu heute in München: "Georisiken und Naturgefahren nehmen durch den Klimawandel weiter zu. Mehr Wetterextreme können etwa zu häufigeren Steinschlägen, Felsstürzen oder Rutschungen führen. Das Wissen um Georisiken stärkt die Sicherheit für Mensch und Infrastruktur. Um die Bevölkerung noch zielgerichteter warnen zu können, haben unsere Experten mögliche Gefahren bayernweit erfasst und kartiert. Die Hinweiskarten sind jetzt für ganz Bayern online abrufbar. Damit geben wir Entscheidern vor Ort sowie Anwohnern und Hauseigentümern wertvolle Planungshilfen und Informationen an die Hand. Die Karten sind ein wertvolles Frühwarnsystem vor Naturgefahren: Wenn Gefahrenstellen bekannt sind, lassen sich diese Areale gezielt in den Blick nehmen und Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen ergreifen. Das hilft, frühzeitig zu handeln und Schäden zu vermeiden." Der Geologische Dienst am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) hat mit den jetzt abgeschlossenen Untersuchungen bereits vorliegende Informationen vervollständigt. Der Datensatz wird fortlaufend ergänzt und anlassbezogen aktualisiert. Wesentliche Planungsgrundlagen sind damit nun für ganz Bayern im Internet verfügbar.
Die im UmweltAtlas veröffentlichten Hinweiskarten liefern wichtige Daten für Infrastruktur und Regionalplanung sowie für Bürgerinnen und Bürger. Georisiken sind transparent und kostenfrei dargestellt. Sie zeigen, wo Baugebietsausweisungen unbedenklich oder wo Schutzmaßnahmen für Straßen und Siedlungen notwendig sind. Zusammenfassend sind rund fünf Prozent der bayerischen Landesfläche als potenziell anfällig für Geogefahren-Prozesse eingestuft.
Gefahrenhinweiskarten für Georisiken erstellt das LfU im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums bereits seit 20 Jahren im Maßstab 1:25.000 – anfangs durch Geländebegehungen und Luftbildauswertungen und später durch Satellitendaten sowie Sturzbahn-Simulationen. Dadurch konnten potenziell gefährdete Areale präziser erkannt werden. Begonnen wurde aufgrund der Topografie prioritär im Alpenraum, gefolgt von der Fränkischen Schweiz. In den letzten fünf Jahren wurden dann die Gebiete in Bayern mit weniger gefährdungsstarkem Relief wie Unterfranken, Ostbayern, das Tertiärhügelland, der Großraum München und das Schichtstufenland erfasst. Mit dem von der Europäischen Union kofinanzierten Projekt "Gefahrenhinweiskarte Bayern" und dem parallel abgeschlossenen Nordwest-Bayern-Projekt wurden nun für alle bisher noch nicht untersuchten Gebiete in Bayern Gefahrenhinweiskarten erstellt.
Online abrufbar sind die Hinweiskarten mit der Möglichkeit einer individuellen Standortauskunft im UmweltAtlas unter
