Glauber: Lebensräume neu entstehen lassen
Blühpakt-Projekt "SchöpfungsGarten" gestartet
Pressemitteilung Nr. 78/26
"SchöpfungsGarten – Lebensräume schaffen. Schöpfung bewahren." heißt das neue Blühpakt-Projekt, das gemeinsam mit der Katholischen Kirche in Bayern ins Leben gerufen wurde. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat heute gemeinsam mit Dr. Bertram Meier, Bischof der Diözese Augsburg, den offiziellen Startschuss im Exerzitienhaus St. Paulus in Leitershofen gegeben. Glauber betonte: "Der Freistaat und die Katholische Kirche übernehmen Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und unsere bayerische Heimat. Mit dem Grundstein für das Projekt 'SchöpfungsGarten' setzen wir ein Zeichen für nachhaltiges Handeln und gelebte Partnerschaft. Das Projekt soll viele Menschen inspirieren, Lebensräume neu entstehen zu lassen. Nur gemeinsam können wir den Insektenrückgang stoppen. 'SchöpfungsGarten' ist ein wichtiger Beitrag der Katholischen Kirche zum Artenschutz."
Bischof Dr. Bertram Meier freut sich sehr, stellvertretend für alle bayerischen Bischöfe, das Projekt SchöpfungsGarten im Rahmen dieser Pflanzaktion mit auf den Weg bringen zu dürfen. Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt unter allen Christinnen und Christen wachzuhalten und mutig dafür einzutreten, sei ihm persönlich ein großes Anliegen. "Die Bewahrung der Schöpfung hat zutiefst mit unserer menschheitlichen Sehnsucht nach dem Garten Eden, dem Paradies, zu tun", wie es in der biblischen Erzählung im Buch Genesis ihren Niederschlag fand. Dort komme klar zum Ausdruck, dass die Schöpfung nicht unsere Herrschaftsdomäne ist, sondern das Werk und Eigentum Gottes. Bischof Bertram: "Schöpfungsverantwortung darf kein Lippenbekenntnis bleiben, sie muss sich in der Aktion konkretisieren: Deshalb beteiligen wir uns sehr gerne am Blühpakt Bayern, gerade hier im Exerzitienhaus St. Paulus, wo Menschen zusammenkommen, um sich auf ihr Woher und Wohin zu besinnen, Stille und Orientierung suchen und den Kompass ihres Herzens wieder auf Christus ausrichten wollen."
Das Projekt lädt alle Akteure der Katholischen Kirche in Bayern dazu ein, Flächen so zu gestalten, dass heimische Pflanzen und Tiere – insbesondere Insekten – aktiv unterstützt werden. Ziel ist, dem Insektenrückgang entgegenzuwirken. Das Exerzitienhaus legte bereits 2022 auf einer 660 Quadratmeter großen Hanglage eine Blumenwiese mit heimischem Saatgut von einer Heidefläche bei Kleinaitingen (Lechfeld) an, die seitdem biodiversitätsfördernd gepflegt wird. Das neue Projekt "SchöpfungsGarten" gab den Impuls für weitere insektenfreundliche Maßnahmen auf den Flächen des Exerzitienhauses. Durch eine Umstellung der Mahd konnten sich im laufenden Jahr Blühinseln innerhalb der bestehenden Rasenflächen im Garten des Exerzitienhauses entwickeln. Ergänzend erfolgte die Anlage von zwei neuen Staudenbeeten unter der Verwendung von heimischen Wildpflanzen, die Nahrung und Lebensraum für Insekten bieten.
Das Exerzitienhaus arbeitet bei dem Projekt mit der Augsburger Gärtnerei Hartmann zusammen. Der Betrieb gehört zu den aktuell 21 Pilotgärtnereien im Blühpakt-Projekt "Heimat.pflanzen – für Insekten" im Rahmen der Blühpakt-Allianz mit dem Bayerischen Gärtnerei-Verband. Die Zusammenarbeit unterstreicht das große Potenzial einer fortlaufenden Vernetzung unter den Allianzpartnern.
Um den Artenschwund zu stoppen und die heimischen Insekten zu schützen, wurde 2018 der "Blühpakt Bayern" ins Leben gerufen. Dabei setzt der Blühpakt auf ein breites gesellschaftliches Bündnis aus Kommunen, Wirtschaft und Verbänden sowie Bürgerinnen und Bürgern. Wichtigstes Instrument dafür sind Blühpakt-Allianzen. Diese werden mit Verbänden oder Interessensvertretungen geschlossen und führen auf der Fläche zu konkreten Maßnahmen.
Weitere Informationen unter www.bluehpakt.bayern.de
