Nationale Naturmonumente
Was ist ein Nationales Naturmonument?
Als Nationale Naturmonumente werden Gebiete geschützt, die aufgrund ihrer Natur, Geologie oder Kulturgeschichte von herausragender Bedeutung sind. Der Schutz als Nationales Naturmonument bewahrt diese einzigartigen Landschaften und ihre wertvollen Lebensräume auch für kommende Generationen.
Die an internationale Vorbilder angelehnte Kategorie „Nationales Naturmonument“ ist erst seit dem Jahr 2010 in § 24 Abs. 4 Bundesnaturschutzgesetz verankert. Nationale Naturmonumente sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind. Die Ausweisung von Nationalen Naturmonumenten erfolgt in Bayern durch Verordnung der Staatsregierung.
Luisenburg-Felsenlabyrinth Wunsiedel
Geologie
Die Entstehung des für das Felsenlabyrinth typischen Kösseinegranits reicht rund 300 Millionen Jahre zurück. Während der letzten Eiszeit führten jahrtausendelange Erosion und Verwitterung dazu, dass sich die eindrucksvollen Felsformationen bildeten, die heute das weit verzweigte Labyrinth ergeben. Eine besonders charakteristische Form der Gesteinsverwitterung ist die sogenannte „Wollsackverwitterung“, bei der die abgerundeten Gesteinsblöcke an aufeinandergestapelte Wollsäcke erinnern.
Biodiversität
Die besonderen geologischen Prozesse dieses Gebiets haben eine außergewöhnliche Vielfalt an Lebensräumen hervorgebracht. Das kleinräumige Mosaik aus alten Bäumen, wertvollem Totholz und felsigen Strukturen mit unterschiedlichen Licht-, Wärme- und Feuchtigkeitsverhältnissen bietet zahlreichen bedrohten Pflanzen- und Tierarten einen idealen Lebensraum. Seltene Moose und Flechten wachsen hier. Kreuzotter, Schwarzspecht und Uhu finden ebenso eine Heimat wie Gartenschläfer, Luchs oder Wildkatze.
Kulturgeschichte
Bereits ab 1790 wurde die Landschaft – als einer der ältesten Landschaftsgärten Deutschlands – für Besucher geöffnet. Seit 1805 trägt sie zu Ehren der preußischen Königin Luise den Namen „Luisenburg“. Neben ihrer beeindruckenden Natur ist die Luisenburg bis heute ein bedeutender Kulturort. Ihre Freilichtbühne zählt zu den ältesten Naturbühnen Deutschlands und schon früh übte die einzigartige Felsenlandschaft eine große Anziehungskraft auf Künstler, Künstlerinnen und Reisende aus.
Weltenburger Enge

Kulturgeschichte
Die bayerische Staatsregierung hat am 11. Februar 2020 die Ausweisung des ersten Nationalen Naturmonuments in Bayern in der Weltenburger Enge beschlossen.
Das Nationale Naturmonument Weltenburger Enge umfasst eine Fläche von rund 197 Hektar und bildet das Kerngebiet der geschützten Natur- und Kulturlandschaft rund um die Weltenburger Enge an der Donau. Es liegt in unmittelbarer Nähe bedeutender Kulturdenkmäler wie dem Kloster Weltenburg und der Befreiungshalle.
Die Weltenburger Enge zählt gemeinsam mit den Ivenacker Eichen in Mecklenburg-Vorpommern, den Bruchhauser Steinen und dem Kluterthöhlensystem in Nordrhein-Westfalen, dem „Grünen Band Thüringen“ sowie dem Nationalen Naturmonument „Grünes Band der Erinnerung Sachsen-Anhalt – vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ zu den ersten Nationalen Naturmonumenten Deutschlands.
Geologie
Die Landschaft der Weltenburger Enge ist durch das einzigartige Zusammenspiel von Donau, Felsen und naturnahen Wäldern geprägt. Die markanten Felsformationen mit ihren Nischen, Felsabbrüchen und Felsköpfen bieten Uhu und Wanderfalke störungsarme Brutplätze. Darüber hinaus beherbergt die Felslandschaft sogenannte Eiszeit-Relikte wie die Alpenaurikel und das Immergrüne Felsenblümchen.
Die natürlichen und naturnahen Wälder der Steillagen sowie deren Umfeld zeichnen sich durch ein dynamisches und kleinräumiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume aus. Alte Baumbestände, ökologisch wertvolles Totholz sowie unterschiedliche Licht-, Wärme- und Feuchtigkeitsverhältnisse schaffen ideale Bedingungen für zahlreiche Insektenarten, Vögel und Fledermäuse.
Biodiversität
Die weitgehend unbeeinflusste natürliche Dynamik schafft wertvolle Lebensräume für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten und macht das Gebiet zu einem bedeutenden Naturraum in Bayern.
In der frei fließenden Donau finden Fischarten wie der Huchen sowie sogenannte Donau-Barsche, beispielsweise der Streber, geeignete Lebensbedingungen.
