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Meldepflichtige Ereignisse

Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Isar 2 (KKI 2): "Beschädigung der seitlichen Beckenauskleidung des Abstellraumes durch ein herunterfallendes Schnittstück"

Datum des Ereignisses

13.11.2025

Beschreibung

Mit Meldung vom 18.11.2025 hat die Betreiberin des KKI 2 dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz folgendes Ereignis gem. § 6 Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung angezeigt:

Betriebszustand vor dem Ereignis:

Restbetrieb

Beschreibung:

Im KKI 2 erfolgt die Zerlegung von RDB-Einbauten unter Wasser im Reaktor- und Abstellraum. Zum Zeitpunkt der Zerlegung befand sich die Anlage in der Restbetriebsphase 1A (Brennelemente im BE-Lagerbecken). Zum Schutz der Integrität des Reaktor- und Abstellraumes ist eine Bodenabdeckung installiert. Während der Zerlegung des Kernbehälters im Abstellraum und des anschließenden Transportes eines Schnittstückes kam es am 13.11.2025 um 19:06 Uhr zum Lösen der kraftschlüssigen Verbindung zwischen dem Schnittstück (Gewicht ca. 800 kg) und der Transportvorrichtung. Das Schnittstück sank ca. 9 m tief auf die installierte Bodenabdeckung. Beim Herabfallen des Schnittstückes wurden drei Wandfelder der Beckenauskleidung (Position L305 / L306 / L307) beschädigt. Die drei Schadstellen befinden sich zwischen 5 m und 8 m unterhalb der Wasseroberfläche. Der Abstellraum verfügt über eine Beckenauskleidung und eine Stahlbetonschale mit überwachten Zwischenräumen, so dass Leckagen detektiert und lokalisiert werden können. Primär kam es zum Wasserübertritt über die drei Schadstellen in die drei beschädigten Wandfelder L305 / L306 / L307. In der Folge wurden kleinere Leckagemengen an der Leckageüberwachung benachbarter Wand- und Bodenfelder festgestellt. Bei Ereigniseintritt wurde an den Leckageleitungen des Leckagefeststellsystems ein maximaler Leckagedurchsatz von ca. 1 l/s ermittelt. Die gesamte Leckagemenge betrug ca. 5 m3, welche über den benachbarten Sumpf KTF11-BB001 abgeführt wurde. Die betroffenen Leckageleitungen wurden unmittelbar nach der Erkennung abgesperrt und die Leckage beendet.
Des Weiteren kam es im Raum UJA05 077 im Deckenbereich und darüber hinaus im Bereich der Wanddurchführung der Rohrleitung FAL16-BR012 (UJA07 076) zu geringfügigen Tropfleckagen. Die durchgeführten Strahlenschutzmessungen waren dabei radiologisch unauffällig. Die Arbeiten in den betroffenen Räumlichkeiten wurden vorsorglich eingestellt. Es kam zu keinerlei Rückwirkungen auf das Brennelementlagerbecken und den darin gelagerten Kernbrennstoff.

Auswirkungen:

Das Ereignis hatte keine Auswirkungen auf Personen, auf die Umgebung und die Anlage.

Maßnahmen, Behebung:

  • Die Arbeiten zur Zerlegung und Verpackung des Kernbehälters wurden eingestellt.
  • Die Leckageleitungen der betroffenen Wandfelder wurden geschlossen.
  • Die Leckageleitungen benachbarter Wand und Bodenfelder wurden geschlossen.
  • Es erfolgten zyklische Kontrollen der Wand bzw. Bodenfelder auf Leckagen.
  • Es erfolgten zyklische Kontrollen vor Ort in den großen Anlagenräumen.
  • Eine Leckageortung im Umfeld des Schadens wurde mittels Unterwasserkamera durchgeführt.
  • Vorbereitungen zur Behebung der Leckagestellen wurden getroffen.
  • Die radiologischen Analysen des Leckagewassers zeigten unauffällige Ergebnisse.

Meldekategorie

Meldekategorie "N" (= Normal)
Internationale Bewertungsskala INES = 0  (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

Bewertung

Das Ereignis hatte keine unzulässigen Auswirkungen auf Personen, die Umgebung und die Anlage.

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