Klimaschutzprogramm der Bayerischen Staatsregierung
Regelmäßige Fortschreibung der Maßnahmen
Bereits 2014 hat die Bayerische Staatsregierung das erste Bayerische Klimaschutzprogramm beschlossen, Fortschreibungen erfolgten 2022 und 2024.
Am 28. April 2026 hat der Bayerische Ministerrat die aktuelle Neufassung des Bayerischen Klimaschutzprogramms verabschiedet. Der zentrale Fokus Treibhausgaseinsparung wurde noch stärker hervorgehoben, das Programm gestrafft und auf insgesamt 52 Maßnahmen verdichtet. Abgeschlossene und weniger treibhausgaswirksame Maßnahmen wurden entfernt, neue, vielversprechende Maßnahmen wie z. B. der Aufbau einer nachhaltigen Tank- und Ladeinfrastruktur an bayerischen Schwerpunktlandeplätzen hinzugefügt. Klimaanpassungsmaßnahmen wurden herausgenommen. Sie werden nunmehr ausschließlich in der Bayerischen Klimaanpassungsstrategie (BayKLAS) dargestellt.
Der neue Kernteil des aktuellen Programms umfasst Maßnahmen, denen eine THG-Einsparung bereits zugerechnet werden kann oder für die eine Bezifferung als grundsätzlich möglich erscheint. Ein Anfang 2026 am Landesamt für Umwelt gestartetes Forschungsprojekt erarbeitet derzeit Kennziffern und Indikatoren, um die Anzahl der Maßnahmen mit bezifferbarer THG-Einsparung sukzessive zu steigern. Weiche, aber klimapolitisch ebenfalls zentrale Maßnahmen wie z. B. Beratungs- und Bildungsangebote werden im Anhang des Programms dargestellt. Sie sind für den Klimaschutz in Bayern nicht minder relevant, entfalten ihre Wirkung allerdings nur indirekt.
Klimapolitische Langfriststrategien
Erstmals weist das Programm zentrale Langfriststrategien aus. Im Unterschied zu punktuellen Einzelmaßnahmen besitzen sie das Potenzial einer grundlegenden Transformation und haben insofern auch das größte THG-Einsparpotenzial. Das Programm 2025 umfasst vier Langfriststrategien:
- Klimaneutrale Staatsverwaltung bis 2028: Ab 2028 sollen neben der Staatsregierung auch die Behörden und Einrichtungen der unmittelbaren Staatsverwaltung klimaneutral werden. Die zu erwartende THG-Einsparung dürfte sich ab 2028 in einer Größenordnung von bis zu 60.000 Tonnen CO2e pro Jahr bewegen. Die breite Einführung von Energiemanagementsystemen könnte eine zusätzliche Einsparung in Höhe von bis zu 10 % bringen.
- Energieplan 2040: Der Energieplan Bayern 2040 zeigt den Weg zum Erreichen der Klimaneutralität Bayerns im Bereich der Energieversorgung auf. Danach könnte mit Hilfe der Maßnahmen eines sogenannten Mix-Szenarios zwischen 2025 und 2030 eine Einsparung in Höhe von deutlich über 20 Mio. Tonnen CO2e erreicht werden.
- ÖPNV-Strategie: Durch eine deutliche Steigerung der Fahrgastzahlen bis zum Jahr 2030 gegenüber 2019 und der Positionierung des ÖPNV als eine attraktive Alternative zum motorisierten Individualverkehr will die Strategie einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das Einsparvolumen wird maximal auf bis zu 3 Mio. Tonnen CO2e ab dem Jahr 2030 geschätzt.
- Klimaschutz durch Moorbodenschutz: Zentral ist hier der Masterplan Moore mit seinen drei Modulen Moorwildnisprogramm, Moorwaldprogramm und Moorbauernprogramm. Im Fortschrittsbericht „Klimaschutz durch Moorbodenschutz“ für die Jahre 2021 bis 2024 wurde für das Jahr 2024 mit den Maßnahmen eine Einsparung von rund 200.000 t CO2e erzielt.
