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Straßenbeleuchtung

Die Straßenbeleuchtung ist eine Pflichtaufgabe für Kommunen mit großer Umweltbedeutung und ebenso eine praktische, ästhetische und finanzielle Herausforderung bei Anschaffung und Unterhalt. Ein Drittel der Straßenbeleuchtung in Deutschland ist älter als 20 Jahre. Nicht oder wenig effiziente Lampen und Leuchten sind weit verbreitet. Durch die Modernisierung ihrer Straßenbeleuchtung können Kommunen zum Klimaschutz beitragen, ihren Energieverbrauch und somit Kosten senken, dabei die Beleuchtungsqualität und -ästhetik verbessern.

In drei IPP-Projekten wurden gemeinsam mit Kommunen Möglichkeiten zur Modernisierung der Straßenbeleuchtung entwickelt:

Projekt 1: Energieeffiziente Modernisierung der Straßenbeleuchtung

Dieses IPP-Vorhaben hatte zum Ziel, am Beispiel der Stadt Friedberg eine veraltete Straßenbeleuchtung von der Planung bis zur technischen Umsetzung energieeffizienter umzugestalten. Im Mittelpunkt stand das "Denken in Lebenszyklen" mit der systematischen Betrachtung des Gesamtsystems Straßenbeleuchtung: Die am Lebensweg der Straßenbeleuchtung beteiligten Akteure – die Stadt Friedberg als Beispielkommune, die Osram GmbH und die Siteco Beleuchtungstechnik GmbH als Vertreter der Lampen- und Leuchtenhersteller, die LEW Netzservice GmbH als Energieversorger und möglicher Contractor – erarbeiteten unter der Leitung des bifa Umweltinstituts in einem "Produktgremium" Optimierungspotenziale und erkundeten zugleich Möglichkeiten der Finanzierung

Die Projektbeteiligten erarbeiteten einen zweistufigen Modernisierungsplan, in dem auch schon die Grundlagen für weitere Maßnahmen in der Zukunft geschaffen sind. Durch Umsetzung des Modernisierungskonzepts, mit dem Friedberg bereits begonnen hat, wird die Stadt jährlich ihre Kohlendioxid-Emissionen um 320.000 kg und den Stromverbrauch um 560.000 kWh senken. Zugleich wird die Beleuchtungsqualität insgesamt deutlich verbessert.

Fazit

Die meisten Beteiligten verfügten zwar über langjährige Erfahrungen im Bereich Beleuchtung. Dennoch führte die gemeinsame Arbeit im Produktgremium "Straßenbeleuchtung" am konkreten Beispiel alle Partner zu neuen Einsichten, von denen jeder profitieren wird. Die Industriepartner haben bereits während des Projekts begonnen, gemeinsam an neuen Produktentwicklungen zu arbeiten, die künftig noch bessere Möglichkeiten für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung bieten werden.

Projekt 2: Energieeffiziente Straßen- und Platzbeleuchtung – Praxistransfer

Zielsetzung

Ziel des Vorhabens war es, bayerische Kommunen bei der Suche nach geeigneten Lösungen für die Modernisierung ihrer Straßenbeleuchtung zu unterstützen und damit die Modernisierungsrate in Bayern zu erhöhen. Dazu entwickelten sechs bayerische Kommunen die Erkenntnisse aus zwei IPP-Vorläuferprojekten zur energieeffizienten Straßen- und Platzbeleuchtung weiter und übertrugen sie wirkungsvoll in die Praxis. Die Rahmenbedingungen der Teilnehmerkommunen wie Finanz- und Investitionskraft, Alter und technischer Zustand der Beleuchtungssysteme sowie vertragliche Gegebenheiten sollten sich unterscheiden, um unterschiedliche Beleuchtungslösungen mit Modellcharakter für eine möglichst große Bandbreite an bayerischen Kommunen erarbeiten zu können.

Durchführung und Praxisbezogenheit

In einem sechsstufigen Workshopprozess erarbeiteten die Gemeinden Aying, Haar und Höhenkirchen-Siegertsbrunn sowie die Städte Aschaffenburg, Bad Wörishofen und Merkendorf unter der Moderation des bifa Umweltinstituts gemeinsam mit Experten der Lampen- und Leuchtenhersteller OSRAM GmbH und Siteco Beleuchtungstechnik GmbH in einem IPP-Produktgremium energieeffiziente Beleuchtungskonzepte für ihre Kommunen. Ein Hauptaugenmerk wurde auf die Vertragsgestaltung und Finanzierung der Modernisierungsmaßnahmen gelegt, um die Hemmschwelle der Kommunen zur Umsetzung von Maßnahmen zu senken. Dabei erhielt das Produktgremium fachliche Unterstützung durch die N ERGIE Netz GmbH und die BayernGrund GmbH.

Ergebnisse

Das Projekt zeigt, dass bayerische Kommunen erheblich von einer energieeffizienten Straßenbeleuchtung profitieren. Neben Energie- und Kosteneinsparungen werden Anforderungen an die Sicherheit erfüllt, das Wohlbefinden der Bürger gesteigert und das Klima geschützt. Die am Projekt beteiligten Kommunen haben dies erkannt und wirkungsvoll in die Praxis transferiert. In Zusammenarbeit mit den Beleuchtungsexperten hat jede Kommune ihr eigenes Sanierungskonzept erarbeitet und strebt dessen Umsetzung an. Sechs Straßenzüge mit Modellcharakter wurden ausgewählt und als Beispiele „in der Praxis für die Praxis“ in der Broschüre „Energieeffiziente Straßen- und Platzbeleuchtung in Kommunen – Praxistransfer“ veröffentlicht. In fünf Regionalveranstaltungen mit 476 Vertretern aus Kommunen, darunter sehr viele Bürgermeister, wurden das Projekt und der Leitfaden öffentlichkeitswirksam präsentiert. Die Ergebnisse, die die vielfältigen Möglichkeiten bei der Umgestaltung der Beleuchtungssysteme veranschaulichen, wurden bei fünf Regionalveranstaltungen vorgestellt.

Projekt 3: Energieeffiziente Beleuchtung für attraktive öffentliche Plätze

Ziel

In Anlehnung an den Leitfaden „Lebenswegorientiertes Produktgremium am Beispiel Küche“ bildete sich ein Produktgremium, das Folgendes erreichen wollte: Der Austausch von Erfahrungen und Informationen sollte den Kenntnisstand der Teilnehmer erweitern und Impulse für ein branchenübergreifendes Herangehen bei der Neugestaltung einer Platzbeleuchtung geben. Die Beleuchtung sollte energieeffizienter sein und zugleich die ästhetische Wirkung eines öffentlichen Platzes verbessern.

Ergebnisse

Das Produktgremium entwickelte folgendes Beleuchtungskonzept: Neben funktioneller Straßenbeleuchtung mit energiesparenden Reflektortechnikleuchten stehen die Anstrahlung der Fassaden und die Ausleuchtung der Fußgängerbereiche im Vordergrund. Himmelshelligkeit, Tageszeit und Veranstaltungen bestimmen die Schaltung der Leuchten. Das im Bauausschuss der Stadt präsentierte Konzept fand dort breite Zustimmung. Das Produktgremium erarbeitete den Leitfaden „Energieeffiziente Beleuchtung für attraktive öffentliche Plätze – Ein Leitfaden für Kommunen“. Er zeigt vielfältige Möglichkeiten für eine verbesserte Beleuchtung öffentlicher Plätze mit Blick auf Beleuchtungsqualität, Ökologie und Ökonomie auf.

Weiterführende Informationen

  • Projektsteckbrief Energieeffiziente Modernisierung der Straßenbeleuchtung (PDF, 290 KB)
  • Leitfaden EnergieeffizienteModernisierung der Straßenbeleuchtung (PDF, 1,6 MB)
  • Projektsteckbrief Energieeffiziente Straßen- und Platzbeleuchtung in Kommunen - Praxistransfer (PDF, 200 KB)
  • Leitfaden Energieeffiziente Straßen- und Platzbeleuchtung in Kommunen - Praxistransfer (PDF, 2,5 MB)
  • Projektsteckbrief Energieeffiziente Beleuchtung für attraktive öffentliche Plätze (PDF, 281 B)
  • Leitfaden Energieeffiziente Beleuchtung für attraktive öffentliche Plätze (PDF, 1,5 MB)

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