SCHRITT 2 DER PHASE I (2021 bis heute)
ÜBERBLICK DES VERFAHRENS IM SCHRITT 2 DER PHASE I

Abbildung - Schematische Vorgehensweise für die Ermittlung von Standortregionen aus Teilgebieten (Grafik: Bundes-gesellschaft für Endlagerung mbH).
- 1. Durchführung der repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchung (rvSU): Für alle Teilgebiete (= Untersuchungsräume) führt die BGE eine rvSU durch. Nur Gebiete des jeweiligen Teilgebiets, die alle rvSU-Anforderungen erfüllen, werden Gebiete der Kategorie A (beste Eignung).
- 2. Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien (geoWK): Im nächsten Schritt werden die geoWK auf alle Kategorie A Gebiete angewendet.
- 3. Vergleich der Kategorie A Gebiete: Die nach der Anwendung der geoWK verbliebenen Kategorie A Gebiete werden (voraussichtlich wirtsgesteinspezifisch) miteinander verglichen. Die am besten abschneidenden Gebiete werden als potenzielle Standortregion bezeichnet.
- 4. Ggf. Anwendung der planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien (planWK): Sollte die Anzahl der potenziellen Standortregionen oder deren Fläche noch verringert werden müssen, können die planWK auf die potenziellen Standortregionen angewendet werden.
- 5. Standortregionenvorschlag: Die Gebiete, die nach den vorangegangenen Schritten noch im Verfahren sind, werden als Standortregionen zur übertägigen Erkundung für Phase II vorgeschlagen.
REPRÄSENTATIVE VORLÄUFIGE SICHERHEITSUNTERSUCHUNG (rvSU)
Wesentliches Ziel der sog. repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen (rvSU) ist eine erstmalige Beurteilung, inwieweit der sichere Einschluss der radioaktiven Abfälle erwartet werden kann. Die rvSU stellt in Schritt 2 der Phase I die Grundlage für die erhebliche Eingrenzung der derzeit 90 Teilgebiete (ca. 200.000 km2) auf ca. 10 Standortregionen (ca. 2.000 km2) für die übertägige Erkundung dar (Reduzierung der Fläche der Teilgebiete auf 1 %). Die Arbeiten der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) erfolgen weiterhin auf Grundlage bereits existierender Daten.
Die BGE hat in zwei Veröffentlichungen („Konzept zur Durchführung der repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen gemäß
Endlagersicherheitsuntersuchungsverordnung“ von März 2022 und „Vorgehen zur Ermittlung von Standortregionen aus den Teilgebieten“ von Oktober 2023) die Methodik zur Anwendung der rvSU vorgestellt, die von der BGE kontinuierlich weiterentwickelt wird.
Die BGE hat angekündigt, die weitere Eingrenzung der Teilgebiete kontinuierlich, transparent und nachvollziehbar durchzuführen. Sie wird hierbei eine Kategorisierung der Gebiete in D- (ungeeignet), C- (gering geeignet), B- (sicherer Einschluss erwartbar) und A- (beste Eignung) Bereiche vornehmen. Seit 2024 werden jährlich von der BGE Arbeitsstände veröffentlicht. Nach Auskunft der BGE ist eine Veröffentlichung eines dritten und letzten Arbeitsstandes am 27.10.2026 geplant.
Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien (geoWK) und Vergleich
Nach Beendigung der rvSU erfolgt die nochmalige Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien (geoWK) auf die als günstig ermittelten Gebiete der Kategorie A. Ein Abschluss der erneuten Anwendung der geo-WK ist für Ende des 1. Quartals 2027 angestrebt.
Ein sich anschließender Vergleich der verbliebenen Gebiete der Kategorie A führt zu sog. potenziellen Standortregionen.
Anwendung der planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien (planWK)
Voraussichtlich im 2. Halbjahr 2027 kann zwischen den erhaltenen potenziellen Standortregionen ggf. eine Abwägung auf Grundlage der planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien (planWK; z. B. Abstand zu Wohngebieten, Trinkwassergewinnung, Naturschutzgebiete) erfolgen.
Die planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien kommen im derzeitigen Schritt 2 der Phase I nach dem Standortauswahlgesetz nur dann zur Anwendung, wenn eine weitere Einengung großer Gebiete bzw. eine Verringerung der Anzahl von Gebieten erforderlich ist.
ABSCHLUSS DER PHASE I
Auf dieser Grundlage wird die BGE aus den derzeitigen 90 Teilgebieten die Standortregionen für die übertägige Erkundung nebst standortbezogener Erkundungsprogramme vorschlagen. Mit diesem Vorschlag wird die Phase I des Auswahlverfahrens beendet. Die für die übertägige Erkundung vorgesehenen Standortregionen werden von Bundestag und Bundesrat per Gesetz festgelegt.
BETEILIGUNG DER ÖFFENTLICHKEIT
Die Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgt derzeit insbesondere durch das Forum Endlagersuche – FE und das Planungsteam Forum Endlagersuche – PFE, welches insbesondere die einmal im Jahr stattfindenden Forumssitzungen vorbereitet. Das PFE lädt monatlich zu einer öffentlichen Sitzung ein.
Bisher fand viermal das Forum Endlagersuche (FE) statt:
- Das 1. Forum Endlagersuche fand am 20./21.05.2022 in Mainz statt. Der Schwerpunkt lag auf der Erörterung des Methodenentwurfs der BGE für die Durchführung der repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen (rvSU) mit der Öffentlichkeit.
- Das 2. Forum Endlagersuche erfolgte am 17./18.11.2023 in Halle (Saale). Zentrales Thema auf dem 2. Forum Endlagersuche war der Zeitbedarf des Verfahrens und mögliche Beschleunigungspotenziale.
- Das 3. Forum Endlagersuche hat am 22./23.11.2024 in Würzburg stattgefunden. Im Fokus stand der von der BGE am 04.11.2024 veröffentlichte erste Arbeitsstand der rvSU .
- Das 4. Forum Endlagersuche fand am 21./22.11.2025 in Hannover statt. Die Schwerpunkte lagen auf dem 2. Arbeitsstand der rvSU der BGE, der Aufsicht des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) im Standortauswahlverfahren, den Optimierungspotenzialen im Verfahren und der Vorbereitung der Regionalkonferenzen.
AUSBLICK UND TERMINE
Am 27.10.2026 wird die BGE den 3. und voraussichtlich letzten Arbeitsstand der rvSU veröffentlichen.
Neben diesen Arbeitsständen wird sich das 5. Forum Endlagersuche vor allem mit der Vorbereitung der Regionalkonferenzen und der Fachkonferenz Rat der Regionen sowie mit der Novelle des Standortauswahlgesetzes befassen. Es findet am 13./14.11.2026 als hybride Veranstaltung statt. Informationen zu Anmeldung und Programm werden auf der Veranstaltungsseite des 5. Forums Endlagersuche veröffentlicht. Die das Forum Endlagersuche vorbereitenden Forumstage finden vom 5. bis 9.10.2026 online statt. Das Programm wird auf der Veranstaltungsseite der Forumstage 2026 veröffentlicht.
Weitere aktuell anstehende Termine im Endlagersucherverfahren können z. B. auf der Internetseite des NBG (Termine) eingesehen werden.
Endlagersuche - Informationen im Überblick
- Überblick
- Die neue Endlagersuche
- Ablauf des Standortauswahlverfahrens
- Schritt 1 der Phase I (2017 - 2020)
- Schritt 2 der Phase I (2020 – heute)
- Zeitbedarf der Endlagersuche
- Weiterführender Frage-/Antwortkatalog
Weiterführende Informationen
Gesetzliche Grundlagen
- Standortauswahlgesetz (StandAG)
- Endlagersicherheitsanforderungsverordnung (EndlSiAnfV)
- Endlagersicherheitsuntersuchungsverordnung (EndlSiUntV)
Links zu aktuellen Veranstaltungen
Weitere Internetseiten
- Nationales Begleitgremium (NBG)
- Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)
- Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) - Endlagerung
- Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE)
- Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe
- Rat der Jungen Generation bei der Atommüll-Endlager-Suche (RdjG)
