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Hochwasserschutz-Projekte in Bayern

Das Bayerische Umweltministerium definiert die inhaltlichen und strategischen Randbedingungen für die Hochwasserschutzprojekte an staatlichen Gewässern in den aktuellen Aktionsprogrammen. Besonders komplexe und überregionale Maßnahmen werden durch das Bayerische Landesamt für Umwelt begleitet. Die Planung und Umsetzung der Maßnahmen erfolgt vor Ort durch die 17 bayerischen Wasserwirtschaftsämter.

Bei Hochwasserschutzmaßnahmen wird zwischen natürlichem Rückhalt, z.B. durch Deichrückverlegungen, Gewässeraufweitungen oder Reaktivierung von Auen, und technischem Hochwasserschutz unterschieden. Dieser kann über den Linienausbau (Hochwasserschutzdeiche und Hochwasserschutzwände), die Umleitung (Flutmulden) oder Zurückhaltung von Hochwasser (Hochwasserrückhaltebecken) oder durch Kombinationen der zuvor genannten Maßnahmen erreicht werden. Hochwasserschutzanlagen werden in Bayern auf ein hundertjährliches Hochwasser zuzüglich eines Klimafaktors von 15 % bemessen, den sogenannten Grundschutz.

Das erweiterte Rückhaltekonzept wird im Gewässer-Aktionsprogramm 2030 fortgeführt und beinhaltet eine ganzheitliche Rückhaltestrategie: Maßnahmen des natürlichen Rückhalts und des gesteuerten Hochwasserrückhalts werden sinnvoll miteinander kombiniert. Bayernweit sollen dazu Rückhaltepotentiale identifiziert und in ihrer Wirkung analysiert werden.

Ein wichtiger Ansatz des Risikomanagements ist es, dabei auch extreme Hochwasserereignisse zu betrachten, d.h. Hochwasserereignisse die das Bemessungshochwasser übersteigen. In Verbindung mit technischen Hochwasserschutzanlagen spricht man dann vom Überlastfall, bei dem zum Beispiel Deiche brechen können. Das Schadenspotential ist dann unter Umständen aufgrund des schlagartigen Versagens sogar größer als wenn keine Hochwasserschutzanlagen existieren würden.
Wesentlicher Bestandteil des Erweiterten Rückhaltekonzepts sind gesteuerte Flutpolder. Durch diese hocheffektiven Maßnahmen können zusätzliche Handlungsoptionen bei Katastrophenhochwassern geschaffen werden. Gesteuerte Flutpolder sind große eingedeichte Flächen entlang des Flusses, die im Fall eines extremen Hochwassers gezielt geflutet werden können, um überflutungsgefährdete Ortslagen zu schützen.


Übersichtskarte Flutpolder Donau; bei Mausklick Bildvergrößerung

Flutpolderstandorte (FP) an der bayerischen Donau gemäß Flutpolderprogramm (Stand: November 2025). Seit 2020 ist der Flutpolder Riedensheim technisch betriebsbereit. Im April 2024 wurde das Raumordnungsverfahren für den Standort Wörthhof abgeschlossen. Bis auf den Standort Bertoldsheim sind damit inzwischen alle übrigen Donaustandorte raumgeordnet. Für den Flutpolder Öberauer Schleife wurde Ende Oktober 2025 der Planfeststellungsbeschluss erteilt.

Weitere Informationen zum Flutpolderprogramm im Internetangebot des Bayerischen Landesamts für Umwelt

Weiterführende Informationen

  • Schutz vor Hochwasser in Bayern
  • Bayerisches Gewässer-Aktionsprogramm 2030 (49 MB)
  • Flutpolderstudie: Bertoldsheim, Eltheim und Wörthhof
  • Das bayerische Flutpolderprogramm (LFU)

Informationen zu den einzelnen bayerischen Flutpoldern

  • Hochwasserschutz Aktionsprogramm Schwäbische Donau
  • Flutpolderprojekte des Wasserwirtschaftsamts Ingolstadt
  • Flutpolderprojekte des Wasserwirtschaftsamts Regensburg
  • Flutpolderprojekt des Wasserwirtschaftsamts Deggendorf

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